Dresden 2010: Blockiert hat nur die Polizei


Zum 65. Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden trafen sich in den frühen Morgenstunden 80 Kameraden der Kameradschaft Dreiländereck, um gemeinsam zum Trauermarsch nach Dresden zu fahren.

Schon ab dem Bustreffpunkt war man in Begleitung der Polizei, die ansonsten ja immer über Unterbesetzung jammert. Aber man sollte doch den beiden Schreibtischtätern dankbar sein, dass sie uns vor den wirklichen Chaoten schützen wollten, die ab dem Vormittag in Dresden Blockaden bildeten, Barrikaden anzündeten, Busse angriffen und Polizisten mit Steinen beschmissen, aber was ist das schon im Vergleich zu einer weitaus gefährlicheren nationalen Einstellung !

Kameradschaft Dreiländereck
Diszipliniert, wie zu einem solchen Anlaß angemessen: Heimatverbundene  Deutsche

Gegen Mittag näherten wir uns Dresden, und über ein Infotelefon erfuhren wir, dass die Polizei nicht einmal in der Lage bzw. willens war, den Vorabtreffpunkt für die Busse freizuhalten, so dass sich etliche Busse im Stadtteil Wilder Mann trafen, damit von dort aus gemeinsam mit rund 2.000 Personen zum Veranstaltungsort marschiert werden sollte.

Die Route ging durch belebte Straßen und Wohnviertel, und unser diszipliniertes Auftreten zeigte klar, wer in Dresden würdig gedenken wollte, und so trafen wir häufig auf positive Reaktionen der Bürger. Da kaum Polizeieinheiten vor Ort waren, verlief der erste Teil der Strecke problemlos. Erst im sogenannten alternativ geprägten Stadtteil Neustadt kam es zu Übergriffen von außen: Autonome und sogar Gewerkschaftsmitglieder (erkennbar an ihren Verdi- Plastik-Lumpen) versuchten, den Zug mit Wurfgeschossen (Steinen usw.) anzugreifen. Das aber konnte durch das beherzte Auftreten einzelner Kameraden weitestgehend verhindert werden, und der restliche Zug bewegte sich ohne Verzögerungen weiter fort.

Kurz vor dem Veranstaltungsort ergriff die Polizei dann wieder die Initiative, um uns in einen durch Hamburger Gitter abgesperrten Bereich zu verfrachten. Spätestens ab hier war uns klar, dass es keinen Trauermarsch geben wird, sondern dass die Polizei auf Zeit spielte, um dann von einem Notstand und einem nicht zu gewährleistenden Schutz der Teilnehmer zu faseln. Dass es keines Schutzes durch die Polizei bedurfte, hatte der Anmarsch schon bewiesen! Genauso wie andere Demonstrationen bewiesen hatten, dass, wenn die Polizei gewillt war, selbst am 1.Mai in Berlin eine Demonstration durchzusetzen war. Aber da der Trauermarsch in Dresden von Jahr zu Jahr immer beeindruckender wurde, war es politisches Kalkül, dass weit entfernte Menschenketten und randalierende Autonome den Anschein erwecken sollten, der Trauermarsch wäre so verhindert worden. Verhindert wurde er, zweifelsohne, allerdings nur durch den Polizeieinsatz, was wieder einmal zeigt, wie wenig dieses System seine eigenen Gesetze und Gerichtsurteile kümmern !

Zu erwähnen bleibt noch unsere Kundgebung mit 8.000 Teilnehmern, die mehr als ruhig verlief und auch dann nicht eskalierte, als man zur Rückreise über den Neustädter Bahnhof gezwungen wurde. Dasselbe Spiel stelle man sich z. B. am 1.Mai in Berlin mit den Chaoten der anderen Feldpostnummer vor, wo es eh schon jährlich zu üblen Ausschreitungen kommt.

Auf der Rückreise gab es in verschiedenen Orten noch Spontandemonstrationen, zu denen die Polizei dann wieder über ausreichend Kräfte verfügte, um diese absolut legalen Demonstrationen zu stoppen und die Teilnehmer länger festzuhalten, Personalien zu überprüfen usw. - solch ein konsequentes Vorgehen hätte den gerichtlich erlaubten Trauermarsch ermöglicht, aber lieber ließ man Gutmenschen und Autonome in illegalen Aktionen gewähren.

Unrechtssystem anstatt Rechtsstaat - und in diesem wird Widerstand zur Pflicht!

Zum Polizeibericht: http://www.polizei.sachsen.de/pd_dresden/5404.htm

Erlebnisbericht der Kameradschaft Dreiländereck NPD Göttingen - Veranstaltungsberichte
 18.02.2010