Der "Warschauer Aufstand" vom 01.08.1944

Der 1. August 1944 -  Eine kurze Dokumentation der Wahrheit

Der Aufruf des moskautreuen Lubliner Komitees zum Kampf um die Freiheit Polens diente auch dem Zweck, das Ende der polnischen Heimatarmee, die London gehorchte, herbeizuführen.

In der gleichen Absicht verbreitete der Moskauer Sender am 30. Juli 1944 folgenden Aufruf:

„Warschauer an die Waffen! Stoßt gegen die Deutschen vor, vereitelt ihren Plan, die öffentlichen Gebäude zu zerstören, helft der Roten Armee beim Übersetzen der Weichsel. Sendet Nachrichten, weist Wege. Aus einer Million Warschauer Bürger möge eine Million Soldaten werden, die die deutschen Eroberer verjagen und die Freiheit zurückgewinnen. Die ganze Bevölkerung der Stadt muß sich im Feuer der Befreiungsarmee vereinigen. Warschauer Bürger an die Waffen! Überfallt die Deutschen, erleichtert den sowjetischen Truppen die Übersetzung der Weichsel, eine Million Einwohner sind eine Millionenarmee von Menschen, die um die Freiheit Polens kämpfen!"

Der Kommandeur der Heimatarmee (Armia Krajowa - AK) rechnet daher stündlich mit dem Angriff der Roten Armee auf die Stadt, die sich nach dem Willen des Stabes der Heimatarmee gleichzeitig selbst befreien soll. Zwar war bekannt, daß die Sowjets in allen eingenommenen Gebieten die Einheiten der Heimatarmee entwaffnet und aufgelöst hatten, aber man vertraute in der Führung der AK darauf, daß die Augen der Weltöffentlichkeit auf Warschau gerichtet seien. Immerhin sagten sich die Bürger von Warschau: „Der englische König hat unsere Grenzen garantiert, er hat sein Wort nie gebrochen." Im Vertrauen auf die Verbündeten gab der Kommandeur der AK, General Graf Tadeusz Bor-Komorowski am 1. August 1944 im Einvernehmen mit der Londoner Exilregierung den Befehl zum Warschauer Aufstand.

Schon am ersten Tag gelang es den Aufständischen die meisten deutschen Dienststellen von der Außenwelt abzuschneiden, Ihre Bewaffnung umfaßte Granatwerfer, im Erdkampf eingesetzte Flugabwehrkanonen und Panzernahbekämpfungsmittel. Bewundernswert war die Tapferkeit, berüchtigt aber die Grausamkeit der Aufständischen. Dazu der Historiker Kurt Zentner:

„Die Bahnhöfe Warschaus werden zuerst erobert, alle Durchgangsstraßen gesperrt. Die deutschen Soldaten, die sich in dem eroberten Gebiet der Warschauer Innenstadt befinden, werden erbarmungslos niedergemacht. Verwundete werden aus den Fenstern der Lazarette gestürzt, Krankenschwestern buchstäblich geschlachtet. Wehe dem Deutschen, der in die Hände der Aufständischen fällt!"

Kapitulation unter ehrenhaften Bedingungen

Die rasch herangezogenen deutschen Kräfte bestanden weitgehend aus Russen, Aserbeidschanern und aus Strafeinheiten, da reguläre Einheiten nicht verfügbar waren. Auch sie kämpften mit äußerster Härte, so daß ihr Oberbefehlshaber SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zelewski einschreiten mußte. So ließ er beispielsweise den gleichnamigen Chef der Sturmbrigade Kaminiski wegen Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung hinrichten.

Die versprochene Hilfe für die Aufständischen blieb indes aus: Die östlich der Weichsel stehende sowjetische Heeresgruppe griff nicht ein. Seine Truppen, so Sta­lin, seien zu erschöpft. Die Westmächte ließen es mit Worten des Bedauerns bewenden und blockierten sogar den Nachschub aus der Luft, um Differenzen mit den Sowjets zu vermeiden -und die Verhandlungen über die Nutzung sowjetischer Bomberstützpunkte im Fernen Osten nicht zu gefährden. Polen war von seinen Verbündeten abermals verraten worden.

Am 2, Oktober 1944 kapitulierten die Aufständischen, soweit sie nicht gefallen waren oder sich in die Wälder um Warschau geflüchtet hatten, nach tapferem Kampf. Die Wehrmachtführung beschloß mit Unterstützung des Generalgouverneurs Frank und des Auswärtigen Amtes, die Aufständischen-Armee nicht als Freischärler einzu­stufen, sondern ihr eine Kapitulation unter ehrenvollen Bedingungen und die Kriegs­gefangenschaft nach den Normen des Völkerrechts zu gewähren.

Die Kapitulationsbedingungen beließen den Offizieren ihre Seitenwaffe, übertrugen die Gewährleistung der Ordnung im Stadtgebiet von Warschau von der Führung der AK ausgesuchten bewaffneten Einheiten. Sie anerkannten die Offiziersdienstgrade der Aufständischen und bezogen auch das nicht kämpfende Gefolge in den Kriegsgefangenenstatus ein. Schließlich garantierten sie, daß weder Kriegsgefangene noch die Zivilbevölkerung wegen Beteiligung an den Kämpfen, während der Kämpfe ausgeübter Tätigkeit oder auch politischer und propagandistischer Tätigkeiten belangt werden. General Bor-Komorowski attestierte seinem deutschen Gegner nach 1943 ritterliches Verhalten.

Foto der Kapitulation
entnommen aus radio-freiheit.com
NPD Göttingen - Deutschland
 01.08.2004