Die Hölle der Todeslager

(Auszug aus der Dokumentation des Bundesarchivs)

Tausende von Todesopfern forderten die unmenschlichen Verhältnisse in den sowjetischen Lagern und großen Gefängnissen. Als Beispiele seien hier angeführt das Lager Preußisch Eylau und das Zentralgefängnis in Graudenz.

In
Preußisch Eylau verstarben nach übereinstimmender Überlieferung ca. die Hälfte von 12.000 bis 14.000 Insassen im Jahre 1945 an Hungertyphus und anderen durch Hunger verursachten Krankheiten. Im Zentralgefängnis Graudenz, das 1945 als sowjetischer Gewahrsamsort für Deutsche diente, starben ca. 8.000 Insassen an Ruhr und Flecktyphus.

Unter unmenschlichen Verhältnissen fanden auch die meist mehrere Wochen dauernden Transporte in die Lager der Sowjetunion in kalten Waggons bei völlig unzureichender Verpflegung statt. Eine größere Anzahl von Verschleppten sind hierbei an Erschöpfung umgekommen.

Die Anzahl der in die Sowjetunion als „Reparationsverschleppte“ sowie „Vertragsumsiedler“ verbrachten Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße dürfte nach Erhebungen des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes mehr als 500.000 Menschen betragen haben, wovon nur ca. 55% überlebten.

Demnach wären in den Lagern der Sowjetunion und auf den Transporten fast 250.000 verstorben. Die Schätzung des Deutschen Roten Kreuzes findes im Berichtsmaterial dadurch eine Bestätigung, daß es in Berichten einzelner Gemeinden heißt, die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung im Alter von 18 bis 50 oder sogar bis 60 Jahren sei nach Rußland verschleppt worden. Auch ist in einzelnen Berichten überliefert, daß sogar weniger als 50% der gemeinsam mit den Berichtenden Verschleppten die Deportationen überlebt haben.

Sehr hohe Sterbequoten waren nach der sowjetischen Besetzung in den Städten durch Mord und durch Entkräftung und Erschöpfung der verbliebenen Bewohner infolge geringster Lebensmittelzuteilungen zu verzeichnen, während noch vorhandenes Vieh von den Besatzungseinheiten abgetrieben und Lebensmittelvorräte beschlagnahmt worden waren.

NPD Göttingen -Geschichte  04.04.2005