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Das Vernichtungslager Lamsdorf |
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| Lamsdorf war ein
Vernichtungslager. Ein damals etwa zwanzigjähriger, grausamer, zu
sadistischen Exzessen veranlagter Kommandant mit dem Namen Gimborski
führte an der Spitze von etwa 50 blutrünstigen Milizianten
seine Schreckensherrschaft in diesem Lager, das von der
Bevölkerung als "Blutlager" oder auch als "Hölle von
Lamsdorf" bezeichnet wurde. Viele Tausende von Menschen Oberschlesiens kamen in dieses Lager, beraubt und ausgeplündert, um es niemals mehr verlassen zu können. ... Nachts wurden die Menschen unerwartet und plötzlich in aller Eile aus den Häusern getrieben, zusammengejagt und nach Lamsdorf verschleppt. Die Schwerkranken und Sterbenden legte man im Lager auf die Straße, wo sie bald verstarben, oder man tötete sie sofort. In anderen Fällen mußten die Sanitäter diese in die sogenannten Krankenbaracken tragen, wo sie mangels Ernährung, Pflege oder Medizin bald zu Grunde gingen. ... Die Aufnahme ins Lager vollzog sich etwa so: Die meistens des Nachts ausgesiedelten und ausgeraubten Menschen eines Dorfes wurden mit dem Rest ihrer Habe ins Lager gejagt. Dort mussten sie den ganzen Tag bei Wind und Wetter vor dem Büro stehen und auf ihre Registrierung warten. Nachdem jedem einzelnen auch das letzte, einschließlich Mantel, Rock oder Schuhen geraubt worden war, wurde er verprügelt, mit Kolben gestoßen, mit Bleikabeln geschlagen u.s.w., so daß diese Menschen im Gesicht völlig unkenntlich, blutüberströmt und oft mit zerbrochenen Gliedern und Rippen weggestoßen wurden. Markerschütternde Schreie hallten von dort in das Lager. Viele wurden erschlagen oder erschossen, die Überlebenden starben in zahlreichen Fällen an den Folgen der vorausgegangenen unbeschreiblichen Mißhandlungen. Sie wurden geschlagen und getötet, nur weil sie Deutsche waren. Din Hinmordung geschah entweder durch Erschlagen mit Knüppeln oder Zaunlatten auf den Schädel, wobei der Unglückliche meist niederknien mußte, oder er erhielt einen Schlag gegen die Halsschlagader, worauf er regelmäßig tot hinstürzte, oder er wurde durch Fußtritte auf den Leib und auf die Kehle ermordet. Heinz Esser: "Die Hölle von Lamsdorf: Dokumentation über ein polnisches Vernichtungslager", Dülmen 1977, Seite 13f. Zitiert in "Deutschland ausradieren - das 20. Jahrhundert in entlarvenden Zitaten" von Hugo Wellems und Reinhard Oltmann, Arndt-Verlag 2003 |
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10.04.2005 |
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