Die Geschichte der Stadt Göttingen

Im Jahre 953 wird die offenbar schon wesentlich ältere germanische Siedlung "Gutingi" zum  erstenmal urkundlich erwähnt. Das nahegelegene Dorf Grone, in dem sich eine Pfalz (Pfalz Grona), ein Sitz  der deutschen Kaiser befand, war zeitweilig sogar deutsche Hauptstadt. Hier starb am 13.Juli 1024 Kaiser  Heinrich II.

Um 1200 wird aus dem Dorf die Stadt  Göttingen, die sich dank der Energien seiner Bürger rasch entwickelte und sich 1187 durch einen Sieg über  den Landesherrn Otto "den Quaden" ("den Bösen") weitgehend  von diesem unabhängig machte. Die Stadt setzte sich  zusammen aus dem alten Dorf um die Albanikirche, dem  Zentrum um das Rathaus (heute das "alte Rathaus") und der bis heute so genannten "Neustadt" neben dem  Haus des "Deutschen Ordens", der "Kommende".

Zwischen 1351 und 1572 gehörte Göttingen zur Hanse. Während die Stadt im dreißigjährigen Krieg  (1618-48) Belagerung (u.a. durch den schwedischen Truppenführer Tilly) und Eroberung erduldete, die  zu einem zeitweiligen Niedergang führten, erreichte sie im 18. Jahrhundert eine neue Blüte.

Insbesondere die Gründung der Universität  im Jahre 1737, die nach dem Landesherrn, König Georg  II. von Hannover und England benannt wurde, verbreitete bald den Ruhm der Stadt in Deutschland und Europa. Um 1800 galt sie als die beliebteste Universität auf  dem Kontinent.

An den überall an den Hausfronten in der Innenstadt angebrachten Tafeln läßt sich ablesen, wieviele Berühmtheiten in Göttingen studierten. Der  "Göttinger Hainbund", zu dem Dichter wie Hölty oder die gräflichen Stolberg-Brüder gehörten, machten neben dem Philologen Lichtenberg und dem Dichter des "Münchhausen",  Gottfried August Bürger, die Stadt am Ende des 18.  Jahrhunderts zu einem literarischen Zentrum. Im 19. Jahrhundert folgten weitere große Namen; stellvertretend seien hier Namen genannt wie Gauß oder der wohl eminenteste Philosoph der Menschheitsgeschichte, Arthur Schopenhauer.

Nach der Besetzung großer Teile des  zersplitterten Deutschen Reiches durch den französischen  Kaiser Napoleon, die sogenannte "Franzosenzeit" (1807-1813),  führten zur Zeit der Romantik die nationalen Tendenzen der Professoren- und Studentenschaft zu häufigen Konflikten mit Landesherren und Obrigkeit. Besonders bekannt  wurde der Protest von 7 Professoren gegen den Landesherrn  Ernst-August von Hannover im Jahre 1837, der zu ihrer Entlassung führte. In den neu gegründeten Korps und  Burschenschaften wurden wahres Deutschtum und die  Bestrebungen nach einer Einheit aller Deutschen in einem Reich gepflegt.

Daß der Gründer des Zweiten Reiches, Otto von Bismarck, in Göttingen einen Teil seiner Studentenzeit verbrachte(1832/33 - das "Bismarckhäuschen ist heute noch erhalten und ein beliebtes Touristenziel - leider aber auch Sitz einer, natürlich total antideutschen, selbsternannten "Geschichtswerkstatt", in der bestimmt nicht im Sinne Bismarcks herumgewerkelt wird), war  kein Zufall. Seit der Reichsgründung traten insbesondere deutsch-national gesinnte Professoren wie der weltberühmte Historiker Heinrich von Treitschke und der Orientalist  Paul Anton de Lagarde, der für ein von fremden Einflüssen gereinigtes "deutsches Christentum" eintrat, hervor. Die Erinnerung an Lagarde führte noch an seinem 50.Todestag (21.12.1941) zu einer großen Lagarde-Feier in der Aula am Wilhelmsplatz.

Während im 1.Weltkrieg viele tapfere Studenten für ihr deutsches Vaterland kämpften und  häufig aus der Schlacht nicht wiederkehrten, führten  das schmähliche Versailler Diktat, die Ersetzung des  Kaiserreichs durch die "Weimarer Republik" und die  aus ihnen hervorgegangene wirtschaftliche Krise die  Göttinger Studentenschaft, insbesondere die Burschenschaften,  und viele Göttinger Bürger zu einer immer kämpferischer werdenden deutsch-nationalen Haltung. Besonders Ludolf Haase und Hugo Willrich traten in dieser Hinsicht hervor.

Nach einer München-Fahrt im Jahre 1921 kam Haase, von tiefer Begeisterung über die Ideale der NSDAP erfüllt, nach Göttingen zurück und schaffte  es, sogar in der Verbotszeit (1922-25), auch viele  andere für die Bewegung zu gewinnen. Im März 1925 wurde Haase zum Gauleiter und Göttingen zur Gauhauptstadt  ernannt. Die Stadt blieb eine Hochburg der NSDAP und  erlebte in den 30er Jahren in wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht eine Blütezeit. Die  bereits 1920 gegründeten "Händel-Festspiele", welche  bis heute jedes Jahr stattfinden und zu einer Wiederentdeckung der Händel-Oper führten, verbreiteten, auch international  gesehen, den Ruhm der Stadt.

Im 2.Weltkrieg wurde Göttingen, da es  kein kriegswichtiges Ziel darstellte, nur wenig von  feindlichen Angriffen tangiert. So blieb die historische  Altstadt mit seinen lebensfreundlichen Fachwerkhäusern fast vollständig erhalten, im Gegensatz zu den meisten  anderen Städten des Reiches. Nur dem kapitalistischen Denken fielen in der Nachkriegszeit dann doch noch  eine ganze Anzahl historischer Bauten zum Opfer, welche durch angeblich "moderne" Architektur ersetzt wurden.

Nach 1945 gehörte Göttingen zu der durch englische Truppen besetzten Zone. Die von den Siegerstaaten  durchgeführte Teilung Deutschlands, die Göttingen an den Rand der damaligen BRD rückte, hatte zwar naturgemäß  keine positiven wirtschaftlichen Folgen, aber die Universität und die "Filmaufbau GmbH" (1945-59), welche  die Stadt Göttingen zeitweilig zur Nachfolgerin von  Babelsberg machte, sorgten für neuen Aufschwung.

Seit den Studentenunruhen (1968-70)  entwickelte sich Göttingen zu einer der Hauptzentren antideutscher Möchtegern-Intellektueller, eine bedauerliche  Tatsache, die zu unzähligen, kaum öffentlich gemachten Angriffen auf Vertreter jedweder deutsch-nationalen Gesinnung führte, zu Hetzaufrufen und "Antifa"-Demonstrationen,  die indirekt massiv durch örtliche Steuergelder finanziert werden. Im Jahre 2001 gelang es der NPD und mit ihr  verbündeten nationalistischen Kräften, durch eine auch außerhalb Göttingens vielbeachtete Demonstration (nach vorhergehender Unterdrückung durch vier Verbote) und eine Teilnahme an den Kommunalwahlen, in ersten  Ansätzen an lange verschüttete Traditionen wieder  anzuknüpfen.



NPD Göttingen - Regionales
 2001