| Die "Reform" der Zuckermarktordnung | ||
Die "Reform" der Zuckermarktordnung und ihre Folgen für die Region Am 24. November 2005 beschlossen die Agrarminister der Europäischen Union die neue Zuckermarktordnung. Diese Reform verursacht auch harte Einschnitte für die hiesige Landwirtschaft und für die ansässige Zuckerindustrie (Nordzucker). Das Ziel dieser Reform ist es, den europäischen Zucker- und Rübenpreis auf Weltmarktniveau zu senken. Die Welthandelsorganisation WTO fordert von der Europäischen Union, daß alle Schutzzölle aufgegeben werden und daß die EU nur noch unter schlechten Bedingungen Zucker auf den Weltmarkt vermarkten darf. Selbstverständlich mußte man die Vorgaben abnicken, denen die nationalen Regierungen auf anderer Ebene längst zugestimmt hatten. Was natürlich nicht fehlen darf: Die 50 am wenigstens entwickelten Länder können ab 2009 zollfrei und unbegrenzt Zucker in die EU exportieren. Dies wird zwangsläufig zu einem weiteren Preisdruck führen. Die Preise für die Zuckerrüben werden bis 2009/10 um 39,7% sinken. Die Landwirte erhalten aufgrund der enormen Preissenkung Ausgleichszahlungen in Höhe von 64,2%. Diese Ausgleichszahlungen werden bis 2014/15 garantiert. Man kann aber davon ausgehen, daß sie dann nicht mehr verlängert werden. Auch die Zuckerindustrie hat finanzielle Einschnitte zu befürchten. Der Zuckerpreis wird um 36% gesenkt werden. Diese Verluste aber müssen bekanntermaßen die Landwirte tragen. ![]() Was heißt das jetzt für unsere Region? Das Nordzuckerwerk in Wierthe bei Braunschweig wurde jetzt geschlossen und das Werk in Groß Munzel bei Hannover wird 2006 seine letzte Kampagne haben. Diese Schließungen reihen sich in die lange Liste der geschlossenen Werke unserer Region ein. Auch in Baddeckenstedt und Königslutter rauchten vor paar Jahren noch die mächtigen Schornsteine der Fabriken. Das Werk Schladen hat sein Gnadenbrot bekommen. Man kann davon ausgehen, daß nächstes Mal der Kelch nicht mehr an Schladen vorbeigehen wird. Für die Landwirtschaft sieht es ebenfalls nicht gut aus. Das Höfesterben wurde durch diese »Reform« weiter begünstigt und der Strukturwandel wird weiter beschleunigt werden. Der ländliche Raum verliert somit Investitionskraft und Dynamik. Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft und Zuckerindustrie werden vernichtet. Wir von der NPD vordern, daß endlich Schluß sein muß mit der Liberalisierung der Märkte. Es kann nicht sein, daß seit Jahrzehnten erfolgreich gewachsene wirtschaftliche Strukturen zerschlagen und auf dem Altar der Globalisierung und der Liberalisierung geopfert werden. Man kann keine Volkswirtschaft in einen Wettbewerb werfen, die nicht mit gleichen Mitteln konkurriert. Unsere deutsche Wirtschaft samt Landwirtschaft hat hohe Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards. Diese sind uns und unserer Gesellschaft sehr wichtig. Aber diese Standards haben ihren Preis. Deswegen ist der Weltmarktpreis für uns nicht bindend, da dort die Preise auf dem Rücken unserer Natur und der dortigen Arbeitnehmer gemacht werden. Wir fordern eine protektionistische Wirtschaftpolitik für Deutschland und Europa. |
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| Thomas K., Landwirt | 01.03.06 |
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