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Das Maifest |
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Das Maifest hat seinen Namen vom germanischen "Maje" - Blätterschmuck; eine Verbindung mit "maien" - lieben - wird ebenfalls vermutet. Auch Begriffe wie "Kör- oder Kürfest" werden in Überlieferungen genannt, worunter das Fest verstanden wurde, auf dem Maikönig und Maikönigin gekürt wurden. Die Nordgermanen feierten es unter dem Namen "Blóta í móti sumri". Alle diese Begriffe beschreiben eine Vielzahl heidnischer Festlichkeiten in unterschiedlicher Ausformung. Meist findet sich jedoch ein Hauptmythos, der davon berichtet, wie sich der Sommer- Sonnengott mit der Erdkönigin vereinigt. Die zentralen Gottheiten sind daher die Sonnengötter und die Erdköniginnen, also Odin - Wotan und Frigg - Friia, aber auch die Liebesgöttin Freya und Baldr. Während zur Osterzeit die Verlobung mit
dem Erwachen der schlafenden Frühlingserde stattfand, verschmilzt
nun der Sonnenheld mit der Erdkönigin in einer Hochzeit. Das
Maifest ist darüber hinaus der eigentliche Sommeranfang, die
Siegeszeit der Sonne.In diesem Sinne wurde das Fest auch bei den Kelten unter dem Namen "Beltene" gefeiert. An das letzte Aufbäumen des Winters erinnert dabei der Georgstag, an dem der Winterdrache endgültig besiegt wird. Diesen Kampf verdeutlichen auch die Schwerttänze zum Maifest. Der Vorabend des Maifestes ist die Walpurgisnacht. Der Name bedeutet "Wall - Burgs - Nacht", weil die Menschen am Vorabend des Maifestes zu den heiligen, oft mit einem Wall umgebenen Stätten ziehen. Die Fahrt dahin nennt man Wallfahrt (Fahrt zur Wallburg). Der enge Zusammenhang mit Hexen und Dämonen bezieht sich hier nicht auf die christliche Verballhornung der germanischen weisen Frauen, sondern meint die Wintergeister und Kobolde, die nun durch vielerlei Lärm und Schabernack, aber auch durch das Maifeuer auf den Blocksberg vertrieben werden sollen. Die Legende allerdings von auf dem Besenstiel reitenden Hexen, die mit dem Teufel tanzen und buhlen, sind Zerrbilder, welche bewußt von der christlichen Kirche aufgebracht wurden, um den Menschen die Bindung an ihre alten Traditionen zu nehmen. So geht der Besenstiel auf den Zauberstab des Schamanen und die Flug- oder Hexensalbe auf heidnische Ekstasemittel zurück. ![]() Auch den Maizweigen wurde eine große
Wirkung zugesprochen. So stellte man Lindenzweige vor dem Hause kranker
Menschen auf, aus deren Rinde nach drei Tagen ein Brei gekocht wurde,
den der Kranke zur Hälfte verzehrte, wobei die andere Hälfte
in ein fließendes Gewässer gegossen und das Leiden damit
weggespült werden sollte. Anderenorts schlug man mit
Nässelzweigen Kühe, damit sie viel Milch gaben, die
Blätter des ersten Maistrauches sollten Wunden heilen und auch
sonst große Zauberkraft innehaben.Immer wieder trifft man auf die Schilderung von Umzügen, wie den Umzug mit den Pfingstochsen, der auf das festlich geschmückte, hohe Opfertier zurückgeht Eine besondere Bedeutung haben bei zahlreichen Maibräuchen die Brunnen und Quellen. Es wurden die geschmückten Brunnen umtanzt und die Quellen geweiht. Hierin fand sich die alte Verehrung der Erdgöttin Frigg sowie der Göttin der Quellen und des Wassers Saaga wieder. Ein Quellenopfer für die ungeborenen Kinder war ebenso gebräuchlich wie das schweigende Schöpfen des Maiwassers vor Sonnenaufgang. Diesem wurde eine besondere Wirkung bei Augenleiden und bei der Heilung offener Wunden zugeschrieben. Auch schützte es Äcker und Ernte vor Parasiten. Mit dem christlichen "Weihen" des Taufwassers vor Pfingsten haben die Kleriker diese Sitte übernommen und für sich vereinnahmt. Viele weitere Riten und Handlungen mit zauberkräftigem Inhalt ließen sich hier aufzählen, so die Bräuche um Maitau und Lattichkönig, um das Rolandreiten und das Wasservogelspiel. Wichtiger als das Wissen um die einzelnen Abläufe sollte uns jedoch die Gewißheit sein, wie eng unsere Ahnen mit der Natur verbunden und wie reichhaltig und bunt ihre Schätze an Sagen, an religiösen Traditionen war, den zu erhalten und neu zu beleben wir die Verantwortung in unserem Blut tragen.
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26.04.2005 |
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