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"Schurkenstaat" Syrien im Visier der
Bushkrieger |
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Der souveräne Staat Syrien befindet sich ja nun schon seit geraumer Zeit auf der Abschussliste der USA. Und wenn der angloamerikanische Iraküberfall 2003 günstiger für Bush & Co. verlaufen wäre, d.h. ein schneller Blitzkrieg ohne anschließende Aufstände, hätte man Syrien sozusagen in einem Abwasch gleich mit erledigt. Jedenfalls hatte man, noch während der offiziellen Kriegshandlungen mit dem Irak, den diplomatischen Druck auf Syrien massiv erhöht. Doch die weitere Entwicklung im Irak sollte zeigen, dass dem Muskelprotz USA nach Afghanistan und Irak für weitere militärische Abenteuer vorerst der finanzielle Spielraum ausgegangen ist: Die irakischen Ölquellen können bei den derzeitigen ständigen Anschlägen eben doch nicht so reichlich sprudeln, wie sich das die US-Administration erträumt hat. Und so musste Syrien, in dem übrigens, genau wie einst im Irak, die nationalistisch-arabische Baath-Partei regiert, auf andere Weise geschwächt werden. Ein am 14. Februar diesen Jahres erfolgter Anschlag auf den umtriebigen libanesischen Ex-Präsidenten Hariri löste im Libanon antisyrische Proteste und Demonstrationen aus (Wie viel CIA-Agenten sich wohl unter den Protestlern tummelten?). Syrien ist seit 1976 die Schutzmacht des Libanon: Seinerzeit rückte die syrische Armee in den Libanon ein, um einen blutigen Bürgerkrieg zwischen christlichen und moslemischen Arabern zu beenden. Diese antisyrischen Proteste wurden von den USA dazu benutzt, Syrien erneut diplomatisch unter Druck zu setzen, und die Preisgabe des syrischen Einflusses im Libanon zu verlangen. Und die EU, die Vereinten Nationen und die arabischen Marionetten Amerikas im Nahen Osten hechelten den USA schnurstracks hinterher, und verstärkten damit den Druck auf Syrien noch weiter. Dabei sollte man wissen, dass nach dem 1. Weltkrieg die über Syrien gebietende Kolonialmacht Frankreich den Libanon einst aus Syrien ausgegliedert hatte. Angeblich um die christlichen Araber zu schützen, in Wahrheit um die syrischen Nationalisten zu schwächen. Großbritannien betrieb ähnliches mit Irak / Kuwait, dort sollte nicht zuviel Öl in einer arabischen Hand sein. Und wir Deutschen kennen das gleiche Spielchen hinsichtlich einer angeblichen "österreichischen Nation". Die alten Römer nannten das "Divide et impere" ("Teile und herrsche!"). Damit hat Syrien an sich aber einen historisch begründeten Anspruch auf den Libanon. Im Libanon selber ist man, was das Verhältnis zu Syrien betrifft, durchaus geteilter Meinung: Am 08. März demonstrierten zweihunderttausend (!) Menschen auf einer von der Hisbollah organisierten Großdemonstration für einen Verbleib der syrischen Truppen im Libanon. Dennoch war der Druck auf Syrien zu stark, und der junge syrische Präsident Baschar el Assad wird sicherlich das Schicksal seines Amtskollegen Saddam Hussein vor Augen gehabt haben: Ende April zog Syrien seine 14.000 im Libanon stationierten Soldaten ab. Die Art von Demokratisierung, die man nun dem Libanon angedeihen lassen möchte, dürfte sich rasch als Globalisierung, sprich Amerikanisierung entpuppen. Schlimmstenfalls bricht der Bürgerkrieg erneut aus. Für Syrien bleibt zu hoffen, dass ihm durch die Opferung seiner Stellung im Libanon ein irakisches Schicksal erspart bleibt. Die Politiker der EU mögen aber einmal den gleichen Ehrgeiz an den Tag legen wie im Libanon hinsichtlich der syrischen Soldaten, wenn es um die israelischen Soldaten in Palästina oder die ca. 70.000 US-amerikanischen Soldaten in Deutschland geht. Oder wird hier mit zweierlei Maß gemessen? |
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| Daniel Hubert |
14.05.2005 |
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